Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Samstag, 24. Dezember 2011

Weihnachtsbaum

Lebensbaum - Weltenbaum

Der Weihnachtsbaum ist ein uraltes Symbol, das weit in die Steinzeit zurückreicht und von der katholischen Kirche nicht verdrängt werden konnte trotz schwerer Verbote und Strafen. Unser WEIHNACHTSBAUM ist eigentlich ein Abbild des "WELTENBAUMES", geschmückt mit heiligen und magischen Symbolen, behängt mit den goldenen Äpfeln des ewigen Lebens, mit den Nüssen der Weisheit, mit Legenden garniert, mit Mythen umgeben, mit Kerzen beleuchtet ...
Wir schmücken den lebensspendenden Weltenbaum mit den Symbolen unseres Kosmos. Unser Weihnachtsbaum ist eigentlich unser LEBENSBAUM. Ein Lebensbaum oder Weltenbaum verbindet Kosmos und Erde, Universum und Mensch.
Er ist ein Symbol für unsere Verbindung mit anderen Welten. Der Weltenbaum IST das Universum. Er ist das Lebensgewebe.

Ewiges Leben

Wir singen: "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter ..." Und wir freuen uns an diesem Sinnbild ewigen Lebens. Wir weihen ihm Tage und Nächte und widmen ihm Lieder und Gedichte. Er grünt sogar dann, wenn unsere dunkelste Zeit im Jahreszyklus ist - wenn die Sonne in der Unterwelt währt. Rätsch schreibt: "Ende und Anfang sind im Antlitz des Weltenbaumes ein und dasselbe ..." Und weiter: "Der Weihnachtsbaum erinnert uns einmal im Jahr an die Existenz des Weltenbaumes, an den Kosmos, an den immerwährenden Zyklus und an die Heiligkeit des Lebens und Sein."

Waldschutzgeist

Das Schmücken des Weihnachtsbaumes war eigentlich ein schamanisches Ritual zu Ehren dieses Weltenbaumes. Schöpf schreibt: "Das Hereinholen einer Fichte bedeutet ursprünglich das Hereinholen und Verehren des Waldschutzgeistes." Und es ist sicher auch kein Zufall, daß unsere Weihnachstbäume - sprich die Baumarten - alte schamanische Weltenbäume sind: wie die Tanne und die Fichte, die Eibe ... Der eigentliche Weihnachtsbaum, der ja auch besungen wird in unserem Lied "Oh Tannenbaum" ist der Tannenbaum. Dieser Tannenbaum wurde im Volksmund im Nordischen immer schon als "Wohnsitz der Götter" bezeichnet. Die Edda beschreibt das auch so. Er ist ein recht seltener Baum und gehört seit ältesten Zeiten zu den heiligen Bäumen. Die Tanne gilt als schamanischer Weltenbaum - eine Art Himmelsleiter!!!
Deshalb auch die häufige Verwendung als Weihnachtsbaum! Genauso die Fichte. Die germanische Weltensäule "IRMINSUL"- eine Art schamanischer Weltenbaum - war ein Baumheiligtum, eine Fichte. Es heißt, daß in der Fichte ein weiblicher, mütterlich schützender Baumgeist wohne.

Fliegenpilze

Es gibt viele alte Märchenbilder, wo diese Weihnachtsbäume z.B. mit kleinen Fliegenpilzen geschmückt sind. Oder auch an Adventskränzen steckt man sie heute noch. Und das war ursprünglich nicht, weil die so schön rot sind mit weißen Punkten und sich einfach von dem Grün so schön abheben. Sondern das war deswegen, weil diese Fliegenpilze für die Schamanen heilige Pilze waren für ihre schamanisch-visionären Reisen, für ihre visionären "Flüge". Interessanterweise fliegt ja auch der Weihnachtsmann durch die Nacht und bringt die Geschenke! Und er ist rot-weiß angezogen!!! Die Farben des Fliegenpilzes.

Jul-Zauberer

In den nordischen Ländern gibt es auch nicht das Christkind, sondern den Weihnachtsmann. Dort wird das Fest "JUL" genannt - altnordich "JOL". Und noch heute hat Odin den Beinamen "JOLNIR". Seine wilden Ritte in der Winterzeit und zu den Rauhnächten mit dem wilden Heer heißen "JOLAREIDI". Das erinnert vom Wort her wiederum sehr stark an das alpenländische Jodeln. Und gerade in den Alpenländern werden ja zur Winterzeit viele Riten überliefert mit dem Wilden Heer des Odin (=Wotan), und ursprünglich der Percht. "JUL" läßt sich nach Rätsch ethymologisch als "ZAUBER-" oder "BESCHWÖRUNGSFEST" deuten. Und Odin war dann der JUL-ZAUBERER oder JUL-SCHAMANE - der "JULERICH". Rätsch schreibt auch: "Der rot-weiße, fliegende Weihnachtsmann ist nicht nur eine der vielen Erscheinungen des Odin/Wotan, sondern auch ein antropomorpher Fliegenpilz ... Der fliegende Schamane besucht jeden Weltenbaum und beschenkt dessen Verehrer ..."

Stern an der Spitze

In Rußland sind noch heute Rezepte zur Beimischung von Fliegenpilz in Wodka bekannt. Und die "schauende Entrückung" war immer schon fester Bestandteil der Weihnachtskulte der Völker. Geschmückt wird der Weihnachtsbaum auch immer mit einer bestimmten Spitze. Ursprünglich war das ein großer goldener, achtstrahliger Stern. Die acht Strahlen entsprachen den acht Speichen des natürlichen Jahresrades. Der Stern selber war das Sonnensymbol. Auch das Lametta dient dem Licht und der Strahlkraft des Baumes.

Kugeln und Strohsterne

Die Weihnachtskugeln ersetzten heute die goldenen Äpfel. Die Kugeln sind bevorzugt in Gold für die Sonne oder Rot für das Feuer des Lebens und die Lebenskraft. Besonders schön sind Weihnachtskugeln mit selbst gestalteten Motiven aufgemalt. Gute Erfolge erzielt man mit Modellbaufarben und einem dünnen Pinsel. Schön ist es aber auch, wenn man noch echte Äpfel mit verwendet, einfach wegen der lebendigeren Symbolik. So ein roter Apfel steht einfach für so viel Leben, Fülle, Sonnenkraft, Sommer, Geburt und Tod. Das ist noch eine Stufe näher als eine Kugel. Und die Stohsterne waren Symbole von kleinen Sonnenrädern ... Daran sieht man, daß alles seine Bedeutung hatte. Sogar der Schmuck am Weihnachtsbaum war nicht einfach "Kitsch", wie man es heute oft banal abtut. Er hatte eine tiefe Bedeutung und Ehrung des Lebens.

Hermann Hesse schreibt:

"Bäume sind Heiligtümer.
Wer mit Ihnen zu sprechen,
wer ihnen zuzuhören weiss,
der erfährt die Wahrheit ...
Ein Baum spricht:
In mir ist ein Kern, ein Funke, ein Gedanke verborgen,
ich bin Leben vom ewigen Leben.
Einmalig ist der Versuch und Wurf,
den die ewige Mutter mit mir gewagt hat.
Einmalig ist meine Gestalt und das Geäder meiner Haut,
einmalig ist das kleinste Blätterspiel meines Wipfels
und die kleinste Narbe meiner Rinde.
Mein Amt ist es, im Ausgeprägten Einmaligen
das Ewige zu gestalten und zu zeigen."