Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Donnerstag, 31. Mai 2012

Forseti – Gott der Gerechtigkeit




Forseti („Vorsitzender am Thing” altnord. “Vorsitzender”, fries. Fosite, auch Foseti, sächs. Firihsazi, ahd. Forsit) Forseti ist der germanische Gott des Rechts und des Gesetzes, Gott der Gerechtigkeit, Vorsitzender der Thing-Versammlung und gilt auch als Gott des Windes und des Fischfangs.
Der „gerechte Richter” Forseti gilt als Sohn des Balder und der Nanna, der Tochter Neps. Er residiert im von Gold und Silber glänzenden Saal Glitnir, gelegen in Glastheim oder auch Gladaheim. In dieser Halle, „von Gold sind die Pforten und von Silber das Saaldach” spricht er täglich Recht bei Götter und Menschen und schlichtet alle Fehden (Edda, Grimnirlied 15).
Forseti hat die Gabe der Überzeugungskunst, dass alle Frieden machten. Diejenigen, die keinen Frieden wollten, tötet er. In seiner Halle sitzt er zu Gericht und schlichtet Streitigkeiten. Er ist der höchste Richter Asgards und besitzt enorme Weisheit in Gerechtigkeitsangelegenheiten.
Forseti ist der Objektivste und der Vernünftigste der Götter.
Besondere Verehrung fand der westfriesische Gott Fosite auf der Nordseeinsel Fositesland (heute Helgoland). Hier entsprang eine Quelle, deren Wasser allenfalls schweigend geschöpft wurde, hier weidete das dem Gott geheiligte Vieh, das niemand ungestraft schlachtete. Hierin erinnert Fosite an den griechischen Helios. Homer schilderte, wie Odysseus die Insel Thrinakia des Sonnengottes Helios
erreichte, dort seine Mannschaft frevelnd dessen Rinder schlachtete und sie zur Strafe dieses Frevels alle umkamen, bis auf den Odysseus, der dieses zu verhindern versprochen hatte (Homer, Odyssee 12.320ff).
weiter Bilder von ForsetiAls ein christlicher Missionar, der heilige Willibrord zwischen 690 und 714 auf die Insel kam und Fosetis Vieh bedenkenlos schlachtete, ohne daran zu sterben, vermag der wütende König der Friesen, Radbod, nicht, ihn zu töten, nur einigen von dessen Gesellen kann er ihr Ende bereiten. Allerdings hatte Radbod den Schutzherrn Willibrords, den fränkischen König Pippin zu fürchten (HERRMANN 1994, S. 224f.).
Eine zweite christliche Expedition brachte den Missionar Liudger nach Fosetesland. Bei der Anfahrt soll sich eine dunkle Wolke von der Insel verzogen haben, Heiterkeit kehrte ein und das Evangelium hielt Einzug. Selbstredend wurden alle heidnischen Götzentempel vernichtet. Seitdem soll die Insel „Heilig Land”, Hêleglend oder Helgoland, heißen (HERRMANN 1994, S. 225.).
Nach friesischer Überlieferung gab der oberste Gott, der als Thius Forsita auch als Eigenschaft des Thius aufgefasst werden kann, dem Volk Recht und Gesetz. Als das Christentum mit den Heerzügen Karls d. Gr. nach Norden vordrang, ließ der Franke die Friesen fragen, wie ihr Gesetz sei. Die Friesen beratschlagten und wählten aus ihren sieben Seelanden zwölf Asegen, (Rechtssprecher), die sie zu Karl sandten. Auch nach eingeräumten Fristen nach friesischem Recht vermochten sie keine befriedigende Auskunft zu geben, weshalb als ihr Schicksal bestimmt wurde, daß sie in führerlosem Schiff ausgesetzt würden.
Aufgrund ihrer Gebete gesellte sich den zwölfen ein dreizehnter hinzu und ruderte sie mit einer Axt an Land. Den Dürstenden schaffte er mit dem Wurf seiner Axt auf das Gras an der Küste eine Quelle, ehe er ihnen Recht und Gesetz verkündete. So sei das friesische Recht entstanden. Den Ort wo dieses geschah nannte man später Axenthove, von der Axt, und den Weg des Gottes dorthin Eeswey, den Weg des Ees, vgl. Asen (HERRMANN 1994, S. 226f.).
Fositesland
Auf der Insel Helgoland stand zu Heidenzeiten das Heiligtum eines Gottes des Namens Fosite oder Fosete, der war ein Gott der Eintracht und des Friedens. Kein unreines Tier durfte seinem Tempel nahen, und wer des Ortes Heiligkeit verletzte, mußte den Tod erleiden. Die Apostel dieses gottheiligen Landes waren Ludger und Wilibrord. Ludger schiffte, ein Kreuz in der Hand, auf die Insel zu und sang den sechzigsten Psalm. Da ward ein Rauch erblickt, der von der Insel aufstieg und hoch über sie sich ausbreitete und alsdann verschwand. Da sprach Ludger: Wisset, meine Brüder, daß dieser Dampf Satan selbst war, den nun der Herr von diesem Insellande vertrieben. Und betrat das Ufer freudig und predigte Jesum Christum. Er zerstörte den Tempel Fosetes und baute an seiner Stätte die erste Kirche. Als Wilibrord eines der Tiere schlachtete, welche um Fosetes Tempel weideten und für heilig und unverletzbar galten, glaubten die Bewohner, er werde alsbald sterben, da dies aber nicht geschah, so ließen sie sich taufen. Selbst die Seeräuber in späterer Zeit achteten dieses Land also heilig, daß sie nie etwas davon hinwegführten, ja den frommen Einsiedlern, die dort wohnten, reichten sie sogar einen Teil ihrer Beute. So ist auch bis auf den heutigen Tag alldort ein tiefer heiliger Brunnen, darinnen, dem Meeresstrande so nahe, doch süßes Wasser quillt. Daraus sind die heidnischen Bewohner des Landes getauft worden.