Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Dienstag, 1. Mai 2012

Heidentum – heute

Odin statt Jesus 

Auf Grund meines geographisch gesehenen Ursprungs, ist das germanische Heidentum meine Religion.

Heide sein – warum- was heißt das für uns und bedeutet es in dieser heutigen Welt?

Die Bezeichnung selbst rührt aus einer Zeit, zu der noch nicht alle Menschen hier bei uns unter dem Einfluss der Kirche standen, eben jene, die entlegen auf der Heide nach dem alten Urväter glauben lebten und daher geächtet wurden. Heute sind Heiden  aus christlicher Sicht Ungläubige, also Menschen, die weder an den biblischen Gott glauben, noch seine Schrift anerkennen.
Insofern sind auch aus traditioneller christlicher Sicht Buddhisten und Hinduisten als Heiden zu bezeichnen.
Sie suchen etwas Göttliches, eine Gotterfüllten Sinn im Leben und fallen dabei von einer Fremdheit in die nächste.
Das Christentum hat eine Religionsarbeit von über zwölfhundert Jahren in Mitteleuropa hinter sich.
In dieser Zeit haben sich viele Wesenzüge der Mitteleuropäer hinein gewoben. Für viele ist die christliche Kultur gleichbedeutend mit europäischer Kultur. Mehr noch hat sich in vielen Ländern die Kirche als Nationalkirche verstanden. Daher mag uns das Christentum auch nicht vollkommen fremd erscheinen, da es auch hier Anteile unserer Volksseele aufgenommen hat, und viele Menschen sehen in ihrem christlichen Glauben und Leben ein gotterfülltes Dienen.
Längst sind die Schrecken der Missionierung, die Hexen und Ketzerverfolgungen verblasst.
Und durch einen deutschen Papst erfährt die Kirche eine gewisse Rückbesinnung.
Trotzdem findet sie nicht überall ihren Platz in unserer Menschenart.
Alls Heiden nämlich leben wir unser Leben nach eigener Art fernab von Dogmen und religiösem Eifer.
Wir wollen unser Leben in Naturfrömmigkeit gestalten und zeigen, das wir von Glaubensvorstellungen erfüllt und alles andere als gottlos sind.
Heiden haben wohl die verschiedensten  Sichtweise der Gottgläubigkeit, aber alle verbindet die Einsicht, das unser Heimatgestirn, das Weltall, alles Leben um uns herum, jedes Ding und Schließlich der Mensch zu einem großem Ganzen gehören.
In diesem Ganzen sind wir eingebettet und erfühlen hier die Göttlichkeit des Lebens.
Wir achten und verehren die Natur, unser All ohne je wissen zu können, was sich dahinter verbirgt.
Nicht der immer nach mehr Erklärung Suchende wird in seinem Glauben befriedigt, sondern derjenige der einfach und schlicht die Dinge so nimmt, wie sie sich nun mal für uns Menschen darstellen.
Der gute Glaube an etwas Höheres (auch im menschlichen Dasein) und der Versuch einen Einlang zwischen Mensch und Natur zu schaffen, sind in ihren Möglichkeiten so mannigfaltig, das jeder seinen Weg finden kann, den Glauben und das Leben zu gestalten.
Die Ehrfurcht und Achtung vor dem Leben, vor der Natur sind Richtungsweiser unseres Seelenlebens, das eingebunden ist in Jahreskreislauf und Lebensfesten.
Damit einhergehend ist die ganz eigene Lebenseinstellung.
Aus innerer Wahrhaftigkeit können und sollten anders leben.
Das heißt; nicht wie wunderliche Gestalten lebensfremd und fern von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, sondern fest und klar dieses Leben zu umfassen, es mit allen Höhen und Tiefen zu nehmen  wissen, Verzicht zu über und nicht alles über sich schütten zu lassen, vernünftig mit seinem Körper, Geist und seiner Seele umzugehen.
So verlangt auch die Natur nach maßvollem Umgang. Habgier, haltloser Konsum und Naturausbeuterei werden unser Heimatgestirn immer mehr der Zerstörung preisgeben.
Die Erde muss für den heutigen Heiden an erster Stelle stehen, da wir unmittelbar von ihr leben. Sie beschenkt uns mit überlebenswichtigen Gütern und gibt uns eine wirkliche, wahrhaftige Heimat.
Hier finden wir alles, was uns nützlich ist und was wir einordnen können.
Diese Erfahrungen haben Generationen über Jahrtausende hinweg sammeln dürfen, so das wir uns hier in der gewohnten Umgebung auch heimelig fühlen. Durch die anhaltende Verstädterung verebbt heute diese Entwicklung. In den Betonwüsten der Zivilisation verliert sich das Urwissen, die Geschlechterkette wird zerrissen.
Hierbei Einhalt zu gebieten, gehört zu unserer kleinen Tat, die wir in kleinsten Kreisen (Familie, Beruf, Freunde/Bekannte) umsetzen können.
Unsere Naturfrömmigkeit bietet dahingehend  Möglichkeiten zum Umdenken, da ein ausgeprägter Bezug zum Boden, zur eigenen Heimat gegeben ist. Heidentum heute heißt nicht die völlige Absage gegenüber menschlichen Errungenschaften, denn auch wir sind Kinder unserer Zeit.
Aber ein vernünftiges Umdenken, ein maßvoller Umgang mit uns und unserer Erde werden sich nicht vermeiden lassen, um diesen Lebensraum zu retten. Darin liegt für heutigen Heiden die hohe Verantwortung, die wir aber als freudige Pflicht sehen und der wir in Freiheit dienen!