Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Freitag, 20. Juli 2012

Der Harz, das "Herz" der Welt


Hoch-Zeit der Meschheit

DAS WELT-GESETZ DER DREI
oder
ENTSTEHEN - SEIN - VERGEHEN
in
URSPRACHE - URSCHRIFT - URGLAUBE

Aus den RUNEN geschöpft
von
Rudolf John Gorsleben
Hier im Blog rechts als pdf. zum Download

XXXI.
ARMANISCHES RUNENWISSEN
S.678-679

Was uns not tut, uns zum Heil
Ward gegründet von den Vätern,
Aber das ist unser Teil,
Daß wirs hegen für die Spätern.
Spruch von einem Runenhaus, 1616, In Diedorf auf dem Eichsfeld.

DIE RUNEN VON GOSLAR
Runen wurden in Geschlechtern seit urdenklichen Zeiten überliefert. Es sind uns Runenreihen aus atlantischer Zeit erhalten, ob auch der nachstehend abgebildeteStreifen von einem Simse an einem Hause in Goslar, bleibt eine offene Frage.


Wir verlangen keinen unbedingten Glauben. Die Reihe ist jedenfalls sehr merkwürdig, und im Hinblick darauf, daß es sich bei diesen Runen zweifellos um andere als die uns bekannten nordischen Runen handelt, bis auf einige Ähnlichkeiten, muß der Versuch, sie anders zu lesen, als durchaus gerechtfertigt erscheinen. Man kann nicht annehmen, daß diese Runen nur sinnlose Zeichen, also auch als „Hausmarken" ohne eigentliche Bedeutung als der des Schmuckes sind, denn das wäre eine allzu große Zumutung an die Leichtgläubigkeit von Gelehrten und Laien, daß sie bekennen sollten, diese Zeichen, wie sie vor unseren Augen stehen, hätten keinen Sinn oder Zweck, wenn man andererseits und jederzeit geneigt ist, jedem Negerornament Sinn, Sprache, Bedeutung zuzusprechen, und mit Recht. Aber wenn so etwas in Goslar geschieht, dann fallen alle guten Vorsätze, jedes Wohlwollen fort, und Sinn soll Unsinn sein und Geisttat „Plague"!

Es wird trotzdem nicht unwichtig sein, sich auch den rein historischen Umständen bei Funden von Runen in unserem germanischen Kulturkreise zu widmen und festzustellen, wo und wann, unter welchen Umständen sich Runen gefunden haben als zweifellose Schriftzeichen in geschichtlicher Zeit Darum folge, was in Band II „Goslar", der „Kunstdenkmäler der Provinz Hannover" über diese Inschrift gesagt wird:

Erwähnung verdient aber noch die 1474 für die Wandschneider in den Gröperern an der Gosestraße, unfern der Kehlmühle, erbaute Walkmühle die 1551, nachdem eine neue Walkmühle unter dem Petersberge errichtet war, an die Tuchmacher verkauft wurde. Das im 16. Jahrhundert neu erbaute Haus ist besonders bemerkenswert durch die eingeschnitzten Hausmarken. Die sog. Walkmühle ist ein dreigeschossiger Fachwerkbau an der Ecke der Straße „An der Abzucht« und der Gosestraße. An die ehemalige Bestimmung des Gebäudes erinnert uns die schwer lesbare Inschrift über dem Türbogen, von welcher einzelne Teile auf den Pfosten und dem Sturz in eingestochenen Profilen und Verzierungen noch erkennbar sind. Auf dem linken Türpfosten ist über einem Weberschiffchen die Jahreszahl AMDLI (Anno 1551) angebracht. Daran reiht sich in Scheitelhöhe des mit Rosetten verzierten Türbogens die Bezeichnung des Hauses: ,Das Hus is der Wandmaker'. Auf der sehr starken Setzschwelle sind 38 verschiedene, meist geometrische Zeichen, Hausmarken sichtbar, unter denen sich zwei Gerätbilder, ein Beil und ein Schlüssel finden. Die Setzschwelle des Südgiebels ist nur mit sogenannten Pfeifen verziert. Diejenigen Gefache, in denen sich Fenster befinden oder früher wohl befanden, haben starke, in Form von drei Hängebögen ausgeschnittene Sturze. Die geschweiften Knaggen unter den Balkenköpfen tragen noch die einfache gotische Profilierung übereinandergereihter flacher Rundstäbe und Kehlen. Die Fußstreben bilden mit dem zwischen ihnen befindlichen unteren Stielende ein Trapez, in welches ein Fächermuster eingestochen ist, eine Verzierungsform, welche in dieser Lage den Übergang von der gotischen Bauart zur Renaissance kennzeichnet."

Sagen aus dem Harz

Sagen wurden in vergangenen Zeiten überall von den Menschen weitergegeben - da machte auch der Harz keine Ausnahme. Hier kamen mehrere Faktoren zusammen, welche die Grundlagen für diese oft erstaunlichen Erzählungen lieferten. Da war zum einen der Umstand, daß im Harz als ehemaligem germanischen Kernland der Glaube an die alten Götter im Volk auch nach der Christianisierung des Gebietes noch lange sehr lebendig war. Dies hatte zur Folge, daß sich in vielen Harzer Sagen die heidnischen Gestalten ein Stelldichein gaben, nicht selten vermengt mit den Repräsentanten der neuen - offiziellen - Religion.
Kaiser, Könige und hohe kirchliche Würdenträger gaben sich nach der Reichsgründung im Harz die Klinke in die Hand. So ist es wenig verwunderlich, daß auch sie häufig in den einschlägigen Sagen auftauchen. Dies geschieht oft in Verbindung mit dem Teufel, einer Figur, welche ohnehin sehr oft in den Harzsagen vertreten ist.
Arbeits- und Lebensmittelpunkt der einfachen Menschen war meist der Bergbau und das mit ihm in Verbindung stehende Erzaufbereitungsgewerbe. Hier tauchen Berggeister und der Bergmönch auf, um den Bergleuten entweder die Arbeit zu erleichtern oder das Leben noch ein klein wenig schwerer zu machen, als es ohnehin schon war. Auch der Teufel ließ sich gern unter Tage blicken. Ebenfalls treten in diesem Zusammenhang Venediger in Erscheinung, exotische Fremde auf der Suche nach Mineralien und Metallen, welche dem Glas von Murano seine einzigartige Färbung geben sollten.
Die Walpurgisgeschichte ist ein weiteres Thema vieler Harzsagen. Ohne den Teufel geht in diesen Fällen garnichts.
Sagen wurden vorwiegend deshalb erzählt, um andere zu warnen, zu belehren oder um Erklärungen für Dinge und Erscheinungen zu finden, welche für die Menschen einst rätselhaft und nicht nachvollziehbar waren. Als Moral der so entstandenen sonderbaren Geschichten kristallisierten sich im allgemeinen geheime Wünsche oder die Bestrafung eines wie auch immer gearteten unerwünschten Verhaltens heraus.


Wotan/Odin-Denkmal vor dem Rathaus in Thale


Neben Hexen und Teufeln trifft man in Thale auch auf längst vergessen  Gottheiten. Dem obersten Germanengott Wotan/ Odin wurde direkt vor dem Rathaus dieses Denkmal gesetzt.

Wotan ist der oberste aller Germanengötter. Je nach Region tritt er unter verschiedenen Namen auf. Während bei den Südgermanen die Bezeichnung für diesen Gott Wotan lautet, ist er in Nordeuropa als Odin bekannt. Darüber hinaus führt Wotan diverse Decknamen. Die Schreibweisen variieren ebenfalls deutlich - üblich sind neben den erwähnten Varianten u.a. Wodan, Vodan, Vodams, Guodan, Gudan, Voden, Wuotan sowie Óðin und Odinn.
Die Eltern von Wotan sind die beiden Ur-Riesen Borr und Bestla. Er ist der älteste Gott aus dem Geschlecht der Asen und somit der Stammvater dieser Götterdynastie. Seine ständigen Begleiter sind die beiden Raben Hugin und Munin, welche ihn über alle Neuigkeiten auf der Welt informieren sowie die beiden Wölfe Freki und Geri. Wotans achtbeiniges Roß hört auf den Namen Sleipnir und ist das schnellste und kräftigste Pferd der Welt. Seine Waffe ist der Speer Gungnir, der stets sein Ziel trifft. Er besitzt den goldenen Ring Draupnir, welcher seinen Reichtum ständig vermehrt. Wotan hat außerdem einen Mantel, der ihn an jeden gewünschten Ort bringt. Sein Helm besteht aus purem Gold.
Um Weisheit zu erlangen, opferte er sich selbst - Wotan hing neun Tage und Nächte am Stamm des Weltenbaum Yggdrasil, aufgespießt mit seinem eigenen Speer. Auf diese Weise erfährt er u.a. vom weisen Riesen Mimir das Geheimnis der Runenschrift. Eben diesem Riesen verpfändete Wotan außerdem eines seiner Augen, um aus dessen Weisheitsbrunnen Mimisbrunnr trinken zu dürfen. Sein Auge schwimmt seit dieser Zeit in jenem Brunnen. Wotan selbst erhielt dafür seherische Fähigkeiten und kann in die Zukunft blicken.
Wotan wohnt in Asgard im Saal Walhall, wo auch sein Thron Hlidskialf steht, von welchem aus er die gesamte Welt überblicken kann. Seine vier Frauen sind Frigg, Jörd, Rinda und Grid. Diese bescherten ihm einen reichen Kindersegen, u.a. Balder, Hödur, Hermodr, Bragi, Vidar, Wali und Donar (Thor).
Der Namenstag des Wotan ist der Mittwoch (Wednesday / Wodansdag). Zu Ragnarök wird Wotan vom Riesenwolf Fenrir gefressen und anschließend von seinem Sohn Vidar gerächt.
Wotan wird im Harz auch heute noch sehr verehrt. Viele Sagen und geografische Bezeichnungen erinnern an sein Wirken. Die Stadt Thale hat zu Ehren Wotans ein prachtvolles Denkmal direkt vor dem Rathaus errichten lassen.

Aussichtspunkte im Harz
Verschiedene Türme und Felsklippen sowie weitere exponierte Orte ermöglichen Ihnen im Harz einen guten Rundum- und Weitblick auf die nähere und fernere Umgebung.


mystische Orte im Harz



Der Harz ist ein Gebirge voller Geheimnisse. Gespenstiger Nebel durchzieht oft die Wälder, Täler und Gipfel und verbirgt somit Hexen und Teufel, Riesen und Zwerge vor den Blicken der Menschen. In den ausgedehnten Waldgebieten des Harzes sind diese geheimnisvollen Wesen so aktiv wie sonst nur in wenigen anderen Gegenden Deutschlands. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob der schemenhafte Umriß im Nebel ein Fabelwesen oder nur ein abgestorbener und umgeknickter Baum ist? Was verwundert es da, daß sich hier zahlreiche ungewöhnliche Bräuche erhalten haben und viele verwunschene und sagenumwobene Orte sowie alte Kultstätten über das ganze Harzgebiet verstreut sind?




Das wild-romantische Bodetal

 Das Bodetal erstreckt sich vom Zusammenfluß von Warmer und Kalter Bode bei Königshütte bis nach Thale, wo der reißende Gebirgsfluß den Harz verläßt. Der schönste und atemberaubendste Teil dieses wild-romantischen Felsentals befindet sich zwischen den Orten Treseburg und Thale. Eine Wanderung durch diesen etwa 9 Kilometer langen Abschnitt des Bodetals zählt zu den Höhepunkten eines jeden Harzbesuches. Hier ragen einige Felsen fast senkrecht bis zu 230 Meter in die Höhe. Die tiefste Stelle der eindrucksvollen Felsenschlucht liegt am Ausgang des Bodetals zwischen den Granitfelsen der Roßtrappe und des Hexentanzplatzes.
Das Bodetal zwischen Treseburg und Thale ist eines der ältesten Naturschutzgebiete in Deutschland. Es wurde in seiner Gesamtheit im Jahre 1937 unter Naturschutz gestellt, nachdem die rechte - preußische - Seite des Tals bereits schon einige Zeit vorher diesen Schutzstatus erhalten hatte. Mit einer Fläche von etwa 474 Hektar gehört das Naturschutzgebiet Bodetal außerdem zu den größten in Sachsen-Anhalt. Das Tal ist vor allem in seinen unzugänglichen Seitenschluchten ein Lebens- und Rückzugsraum für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Hier wächst ein artenreicher Mischwald mit einer Vielzahl einheimischer Bäume.
Erst um das Jahr 1820 wurden im Bodetal die ersten Wanderwege angelegt. Vorher war dieses gewaltige Felsental praktisch unpassierbare Wildnis. Bis heute konnte sich dieser Teil des Tals der Bode seinen ursprünglichen Charakter weitestgehend erhalten.
Das Wandern durch das Bodetal ist nur auf den ausgeschilderten Wanderwegen möglich. Ein Verlassen des Weges wäre wegen der Geländeeigenschaften nicht nur sehr gefährlich, sondern würde auch die unter Schutz           stehenden Pflanzen und Tiere stören.
 Besondere Wegpunkte auf der Wanderroute durch das Bodetal sind u.a. der Goethefelsen, der sagenumwobene Kronensumpf, die Teufelsbrücke und der Bodekessel. Auf den Felsen über dem Tal der Bode gibt es zahlreiche Aussichtspunkte, von denen aus sich ein einzigartiger Blick in die Tiefe bietet. Zu empfehlen sind hier u.a. die Roßtrappe, der Hexentanzplatz und die Prinzensicht.
Die steilen Felswände im Bodetal haben außerdem eine große Anziehungskraft für Bergsteiger. Oft sieht man sie in kleinen Gruppen die Felsen hinaufklettern.


Das Kyffhäusergebirge

Das Kyffhäusergebirge, auch kurz "Kyffhäuser" genannt, liegt südlich des Harzes im Bundesland Thüringen. Mit einer Fläche von 60 Quadratkilometern ist es das kleinste Mittelgebirge Deutschlands. Dieses Mini-Gebirge liegt eingebettet zwischen der "Goldenen Aue" im Norden und der "Diamantenen Aue" im Süden. Aus der umgebenden Ebene erhebt sich das Kyffhäusergebirge etwa 300 Meter. Der höchste Berg ist der Kulpenberg mit einer Höhe von 473 Meter über dem Meer. Das Pultschollengebirge steigt von Süden her sanft an und fällt nach Norden steil ab.
Schon aus großer Entfernung ist das monumentale Kyffhäuser-Denkmal auf dem Burgberg zu sehen. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf den Resten einer mittelalterlichen Burganlage errichtet. Das 81 Meter hohe Denkmal soll an die Reichsgründung im Jahre 1871 unter Kaiser Wilhelm I. erinnern. Durch dieses Bauwerk, die Barbarossa-Sage und das beide umgebende Beziehungsgeflecht ist das Kyffhäusergebirge in ganz Deutschland bekannt.
Abseits der Touristengebiete gibt es im Kyffhäusergebirge viele schöne Täler und Höhenzüge mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Im "Kyffhäuser" gibt es außerdem etwa 40 Höhlen. Die größte davon ist die Barbarossahöhle, eine Anhydrithöhle (Gips-Vorstufe).

Das Kyffhäuser-Denkmal

 Das Kyffhäuser-Denkmal befindet sich im Kyffhäusergebirge auf dem Gipfel des Burgbergs. Sie erreichen das Denkmal, indem Sie es von einem der umliegenden Orte aus erwandern oder mit dem Auto anreisen. Für diesen Fall stehen Ihnen unterhalb der Denkmalanlage mehrere großflächige Parkplätze zur Verfügung. Hier finden Sie auch diverse Hotels und Restaurants sowie die unvermeidlichen Andenkenläden.
Vom Parkplatz aus können Sie sich entweder mit einer Pferdekutsche auf den Gipfel des Burgbergs hinauffahren lassen oder diesen auf zwei verschiedenen Fußwegen erreichen. Auf beiden Wegen benötigen Sie jeweils etwa 15 Minuten bis zum Ziel. Ein Weg führt direkt zum Eingangstor des Denkmalgeländes auf der ehemaligen Oberburg der Reichsburg Kyffhausen, der andere verläuft vorbei an den Ruinen der Unter- und Mittelburg zur Oberburg.
Die Idee zum Bau einer monumentalen Denkmalanlage zu Ehren Kaiser Wilhelm I. entstand bereits kurze Zeit nach dessen Tod im Jahre 1888. Der Standort auf dem Kyffhäuser wurde gewählt, da dem allgemeinen Empfinden nach Wilhelm I. den hier der Barbarossasage nach im Berg schlafenden Kaiser Rotbart erlöst habe. Im August 1890 begannen die Vorbereitungen zum Bau des Kyffhäuserdenkmals, welches im Juni 1896 eingeweiht wurde. Die letzten Arbeiten endeten aber erst im darauf folgenden Jahr.
Die insgesamt 131 Meter lange, 96 Meter breite und 81 Meter hohe Denkmalanlage besteht aus dem von drei Terrassen umgebenen Denkmalturm, dem Schloßhof Barbarossas mit der steinernen Barbarossafigur sowie dem 9,70 Meter hohen kupfernen Reiterstandbild Wilhelm I.. Der Turm wird von einer 6,60 Meter hohen deutschen Kaiserkrone abgeschlossen. Über 247 Stufen können Sie bis dort oben hin gelangen. Vom Turm aus haben Sie eine herrliche Sicht auf die umgebende Landschaft mit Blick auf den Harz im Norden und bis zum Thüringer Wald im Süden.
Auf dem Gelände um das Kyffhäuserdenkmal befinden sich außerdem verschiedene, von den Abrißarbeiten beim Denkmalbau verschont gebliebene Bauwerke der einstigen Oberburg der Reichsburg Kyffhausen. Eine besondere Attraktion ist der in Handarbeit in den Felsen getriebene 176 Meter tiefe Brunnen. Er war jahrhundertelang verschüttet und wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder freigelegt.
Sehenswert sind weiterhin das gut erhaltene romanische Burgtor sowie die etwa 17 Meter hohe Ruine des Bergfrieds. Im Bereich der Denkmalanlage befinden sich darüber hinaus diverse Andenkenläden, ein Museum, ein Restaurant sowie ein kleiner Kinderspielplatz. Das Kyffhäuser-Denkmal ist ganzjährig geöffnet (außer Heiligabend und Silvester).



Die Barbarossahöhle

Am Südwestrand des Kyffhäusergebirges bei Rottleben liegt die Barbarossahöhle, eine der größten touristisch erschlossenen Gipshöhlen (genauer: Anhydrithöhle - Gips-Vorstufe) in Europa. Die Höhle ist fast auf ihrer gesamten Länge begehbar und besitzt mehrere große Seen mit sehr gipshaltigem Wasser (Grünfärbung). Eine Besonderheit der Barbarossahöhle sind die an der Decke hängenden Gipslappen. Außerdem sind Tisch und Stuhl des Kaisers Barbarossa zu sehen - sie wurden vor mehr als 100 Jahren zu Werbezwecken aufgestellt.
Mit dem Kaiser Barbarossa hat die Höhle allerdings in Wirklichkeit gar nicht viel zu schaffen, denn sie wurde erst im Jahre 1865 bei der Suche nach Kupferschiefer entdeckt. Die Verbindung des Kyffhäusers mit der Barbarossa-Sage, der Bau des Barbarossadenkmals und der naheliegende Gedanke, dies alles für kommerzielle Zwecke auszunutzen führten dazu, daß die Höhle den Namen "Barbarossahöhle" erhielt (inklusive des Kaisers "Möbel").


Die Barbarossa-Sage

 Zur Zeit der Kreuzzüge zog auch der deutsche Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, zum Kampf ins heilige Land. Während des dritten Kreuzzuges kam der Kaiser im Jahre 1190 auf tragische Weise ums Leben: Er ertrank in Kleinasien im Fluß Saleph.
Doch bald entstanden Gerüchte und aus diesen die Sage, daß er nicht tot sei und wiederkommen werde. Er soll mit seinem gesamten Hofstaat verzaubert in den Bergen des Kyffhäusers sitzen. Im Berg sitzt der Kaiser an einem Tisch mit seiner goldenen Krone auf dem Kopf. Des Kaisers Bart ist durch den Tisch gewachsen und reicht schon zweimal um diesen herum. Wenn die Zeit reif ist, wird Barbarossa aus dem Berg herauskommen und sein Reich wieder neu errichten. Alle einhundert Jahre schickt er einen Zwerg hinaus, welcher nachsehen soll, ob die Raben noch immer um den Berg herumfliegen. Ist dies der Fall, ist die Zeit des Erwachens für den Kaiser Barbarossa noch nicht gekommen. Er verfällt für weitere einhundert Jahre in seinen Zauberschlaf.
Nach dem Tod des letzten Stauferkaisers Friedrich II. im Jahre 1250 zerbrach das deutsche Kaiserreich nach einer etwa einhundertjährigen Blütezeit in viele Kleinststaaten mit teilweise sehr gegensätzlichen Interessen. Die Sage spiegelte die Sehnsucht des einfachen Volkes nach einem einheitlichen Staat und einem weisen und gerechten Herrscher wider.
Ursprünglich bezog sich die Kaisersage auf Friedrich II., einen Nachfolger und Enkel Barbarossas. Doch bereits im Mittelalter ging man dazu über, in Barbarossa den schlafenden Kaiser im Berg zu sehen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es starke Bestrebungen zur Schaffung eines einheitlichen deutschen Nationalstaates. Die Barbarossa-Sage wurde in dieser Zeit zur deutschen Nationalsage.

Die Sage vom Siebenbrüderfelsen

 Im Bodetal bei Thale befindet sich der Siebenbrüderfelsen. Dieser Felsen ist Teil der Harzer Sagenwelt. Lesen Sie hier, was über seine Entstehung berichtet wird:
Es waren einst sieben Prinzen, die trachteten nach den Schätzen der Königstochter Brunhilde. Deshalb wurden sie von sieben Riesen getötet. Zu den Gräbern der Prinzen kamen sieben Prinzessinnen, um den Tod ihrer Geliebten zu beweinen. Aus den Tränen wuchs ein Felsen, der fortan Siebenbrüderfelsen genannt wurde. Die Prinzessinnen pflanzten außerdem noch sieben Bäume auf die Grabstelle.
Eine zweite Version der Sage schildert den Vorgang dagegen ganz anders:
Sieben Brüder warben einst um Brunhilde, doch diese wies sie alle ab. So wurde sie von den Brüdern überfallen und entführt. Brunhilde rief die im Bodetal wohnenden Berggeister um Hilfe. Diese Geister verwandelten die sieben Brüder zur Strafe in einen Felsen. Der Felsen erhielt darauf hin den Namen Siebenbrüderfelsen. Noch heute warten die versteinerten Brüder auf ihre Erlösung.
Am 28. August 1949 wurde der Siebenbrüderfelsen aus Anlaß des 200. Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe in "Goethefelsen" umbenannt. Der markante Felsen im Bodetal ist aber bis heute auch unter seinem alten Namen bekannt.


Die Wollsackverwitterung

Ein typisches Beispiel für die Wollsackverwitterung
 ist die Felsformation "Zieten" hoch über dem Okertal.
 Die Wollsackverwitterung ist eine spezielle Variante der Verwitterung, welche gelegentlich bei massivem Gestein anzutreffen ist. Meist findet man diese Verwitterungsform im Granit, vereinzelt tritt sie aber auch bei Gneis und Sandstein auf.
Der Vorgang der Wollsackverwittung erfolgt immer unterirdisch und bringt stets abgerundete Formen hervor. Von diesen runden Formen ist auch der Name dieser Verwitterung abgeleitet, da die verwitterten Steine die Menschen einst an gestapelte Wollsäcke erinnerten.
Bei den Gesteinen im Harzgebiet erfolgte die Wollsackverwitterung vorwiegend in der Zeit des Tertiär mit seinem feucht-warmen Klima.
Ein massiver Gesteinskörper bildet meist keine homogene Masse, sondern wird von feinen Spalten und Klüften durchdrungen. Durch diese dringt chemisch aggressives Wasser in das Gestein ein und beginnt dieses zu zersetzen. Wenn die Gesteinsspalten sich ungefähr rechtwinklig schneiden - was oft der Fall ist - werden somit grobe quaderförmige Blöcke vorgegeben. An den Ecken und Kanten dieser Blöcke haben Wasser und Säuren größere Angriffsflächen als an den Seiten. Dadurch werden alle spitzen und kantigen Stellen der Gesteinsblöcke im Laufe der Zeit abgerundet, es entstehen ellipsoidförmige Steinbrocken.
Durch ein Fortspülen der Bodenkrume und der Verwitterungsrückstände werden die abgerundeten Steinblöcke im weiteren Verlauf der Geschichte freigelegt und damit der Vorgang der Wollsackverwitterung beendet. Übrig bleiben oft abenteuerlich aussehende Felsformationen, welche auch als Felsenburgen bezeichnet werden.
Beispiele für die Wollsackverwitterung sind im Harz u.a. die Kästeklippe und die Mausefalle oberhalb des Okertals, die Schnarcherklippen bei Schierke und die Teufelsmühle auf dem Ramberg.



Die Hexenküche
 Die Hexenküche ist eine markante Felsformation aus wollsackverwittertem Granit. Sie befindet sich in der Nähe der Kästeklippen. Der Wanderweg in Richtung Mausefalle und Feigenbaumklippe führt an der Hexenküche vorbei.
Wann hier zum letzten Mal gekocht wurde, weiß niemand so genau. Um in diesem Felsen die Küche einer Hexe zu erkennen, bedarf es jedenfalls schon sehr viel Phantasie...
Beeindruckend ist die Hexenküche trotzdem. Besonders einige der oberen Granitblöcke scheinen den üblichen Gesetzen der Schwerkraft zu widersprechen.



Die Feigenbaumklippe wurde durch eingeschlagene Stufen
 begehbar gemacht und durch Geländer gesichert.
 Die Feigenbaumklippe gehört zu den zahlreichen markanten Gruppen von wollsackverwitterten Granitblöcken hoch über dem Okertal. Sie wird auch als "Feigenbaumkanzel" bezeichnet und liegt am Rande des Wanderweges von den Kästeklippen zum Romkerhaller Wasserfall (steiler Weg).
Die Felsen sind durch eingeschlagene Stufen begehbar gemacht und durch Geländer gesichert worden. Dennoch sollten Sie beim Begehen der Klippe besondere Vorsicht walten lassen.
Ein atemberaubender Blick bietet sich Ihnen von der Feigenbaumklippe in das wild-romantische Tal der Oker. Von der Aussichtskanzel sind zwischen den Bäumen zahlreiche weitere große Felsformationen zu erkennen.
Eine besonders beeindruckende Laune der Natur gibt es außerdem in nur etwa 100 Meter Entfernung von der Feigenbaumklippe zu bestaunen



Der Ottofelsen

 Der Ottofelsen, gelegentlich auch "Ottofels" genannt, ist eine 36 Meter hohe Granitklippe mit herrlichem Rundumblick im weitläufigen östlichen Teil des Oberharzes zwischen Brocken, Drei Annen Hohne und Wernigerode. Er gehört zu den schönsten und beliebtesten Aussichtsfelsen im Harz.
Der Aufstieg auf den Granitfelsen erfordert etwas Geschick und Konzentration, denn er ist nur über eine sehr steile Treppe möglich. Die Mühe wird anschließend aber durch die schöne Aussicht belohnt. Der Blick reicht u.a. zum Brocken, nach Wernigerode und weit in das nördliche Harzvorland hinein.
 Namensgeber des Felsens ist Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode. Dieser stammte aus einem alten lokalen Adelsgeschlecht und stieg im Zweiten Kaiserreich bis zum Stellvertreter Bismarcks auf.
Der Ottofelsen weist die für Granit typische Wollsackverwitterung auf. Das attraktive Wanderziel kann nur zu Fuß erreicht werden. Dennoch ist diese markante Granitklippe fast immer gut besucht. Der Ottofelsen zählt außerdem zu den beliebtesten Harzer Kletterfelsen.
Als Ausgangspunkte für eine Wanderung zum Ottofelsen eignen sich u.a. der Ort Drei Annen Hohne, der Parkplatz am Lossendenkmal im Thumkuhlental sowie der Bahnhof "Steinerne Renne" der Harzquerbahn.





Die Zeterklippen

Wer meint, die Natur würde keine geraden Linien
und rechten Winkel zustande bringen, wird an den
Zeterklippen eines besseren belehrt.
 Ein sehr schönes Wanderziel und ein markanter Aussichtspunkt im Oberharz sind die Zeterklippen. Sie liegen im Nationalpark Harz etwa zwei Kilometer östlich des Brockengipfels. Auf die in 930 Meter Höhe über dem Meeresspiegel gelegene Große Zeterklippe können Sie über eine nur mäßig schwer zu erklimmende Eisenleiter gelangen.
Von oben bietet sich Ihnen bei guter Sicht ein herrlicher Rundblick. Selbst mit bloßem Auge können Sie viele Einzelheiten auf dem nahen Gipfel des Brockens erkennen. Im Norden reicht der Blick über Wernigerode hinaus weit in das Harzvorland hinein.
Als Ausgangspunkt für die durchaus anspruchsvolle Wanderung kommen verschiedene Orte in Frage. Am kürzesten sind die Strecken vom Gasthaus Plessenburg sowie von Schierke, aber auch Drei Annen Hohne stellt einen guten Startpunkt dar.


Die Teufelsmauer

 Die Teufelsmauer ist eine eigentümliche Sandsteinformation mit bizarre Felsklippen im nördlichen Harzvorland. Sie reicht vom Großmutterfelsen am Ortsrand von Blankenburg bis zum Großen Gegenstein bei Ballenstedt. Ihre Gesamtausdehnung beträgt etwa 20 Kilometer.
Bei Blankenburg befindet sich nahe des Großvaterfelsens auch die mit 332 Metern über dem Meeresspiegel höchste Erhebung der gesamten Teufelsmauer. Diese teilt sich in drei große überirdische Abschnitte. Der westlichste liegt zwischen Blankenburg und Timmenrode, der mittlere Teil bei Weddersleben und die Gegensteine bilden den östlichen Abschluß.
Diese sich aus einer schon relativ ebenen Umgebung bis zu 150 Meter heraushebende Felsformation regte schon frühzeitig die Phantasie der Bewohner des nördlichen Harzvorlandes an. So ist es kein Wunder, daß sich verschiedene Sagen um die markante Felsenkette ranken.

Der Sandstein der Teufelsmauer besteht aus Ablagerungen aus der Ära der oberen Kreidezeit vor mehr als 85 Millionen Jahren. Das Eindringen von Kieselsäure machte diese Gesteinsschicht besonders hart und widerstandsfähig. Vor etwa 80 bis 75 Millionen Jahren wurde das Harzmassiv emporgehoben und verdrängte dabei die Ablagerungen früherer Epochen. So verschob sich auch das Gestein der Teufelsmauer nach Norden und gelangte dabei an die Oberfläche. Die weichen Anteile verwitterten im Laufe von weiteren Jahrmillionen. Übrig blieb eine schmale, stellenweise nur wenige Meter dicke Gesteinsschicht aus dem durch Kieselsäure gehärteten Sandstein. Diese sogenannte "Schichtrippe" bezeichnet man heute als "Teufelsmauer".
Der Sandstein der Teufelsmauer war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Baumaterial sehr gefragt. Zahlreiche Betriebe der Umgebung beschäftigten sich mit dem Abbau und der Verarbeitung des Gesteins. Der weitere Bestand der Teufelsmauer geriet dadurch in ernsthafte Gefahr. Aus diesem Grund stellte der Quedlinburger Landrat am 8. Juli 1852 den Abschnitt bei Weddersleben unter Schutz. Damit ist dieser Teil der Teufelsmauer das älteste Naturschutzgebiet in Deutschland, auch wenn diese Bezeichnung seinerzeit noch nicht verwendet wurde.

Die Teufelsmauer und deren unmittelbares Umfeld sind sehr gut durch Wanderwege erschlossen. Zur Bewahrung der Natur ist es wichtig, auch außerhalb des ausgewiesenen Schutzgebietes auf den vorgegebenen Pfaden zu bleiben. Entlang der Teufelsmauer finden Sie mehrere schöne Aussichtspunkte. Besonders sehenswerte Gesteinsformationen sind der Großvaterfelsen, das Hamburger Wappen, der Königsstein bei Weddersleben und der Große Gegenstein. Die erst- und letztgenannte Felsklippe können Sie auf Leitern bzw. Treppen besteigen, um anschließend von oben eine herrliche Rundumsicht zu genießen.
Nahe der Bodebrücke an der Straße zwischen Neinstedt und Weddersleben befindet sich ein kleiner Parkplatz. Von diesem aus können Sie in wenigen Minuten zu einer hölzernen Aussichtsplattform am Fuße der Königsstein-Klippen gelangen. Ein sehr schöner Blick auf das Harzvorland präsentiert sich dort dem Auge des Betrachters.

Der Ahrensklint

Der Ahrensklint bei Schierke -
Felsengruppe mit typischen
Merkmalen der Wollsackverwitterung
Der Ahrensklint ist eine Granitklippe bei Schierke und ein beliebtes und leicht zu erreichendes Wanderziel. Die Felsen haben eine Höhe von 822 Metern über dem Meeresspiegel. Über Eisenleitern kann diese ursprünglich "Adlerfels" genannte Felsgruppe bestiegen werden. Von oben haben Sie einen schönen Ausblick, u.a. auf den Ort Schierke und auf den Wurmberg.
Der Ahrensklint weist die für viele Harzer Granitfelsen typischen Merkmale der Wollsackverwitterung auf.











Der Trudenstein



Die Granitklippe Trudenstein
 Zwischen Schierke und Drei Annen Hohne liegt direkt am Glashüttenweg der 671 Meter hohe Trudenstein. Dieser Granitfelsen kann seit dem Jahre 1894 über eine recht steile stählerne Leiter erklommen werden.
Seinen Namen erhielt der Trudenstein, weil ein Teil der Felsklippe eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Trude haben soll. Als Trude (von "Druide") bezeichneten die Kelten Frauen, welche die Naturmächte beschwören und lenken sowie in die Zukunft sehen konnten.
Vom Gipfel des oberhalb eines Granitsteinbruchs gelegenen Trudensteins können Sie große Teile des Ost- und Südharzes überblicken. Bei gutem Wetter sind z.B. Schierke, der Wurmberg sowie der etwa 15 Kilometer entfernte Stöberhai zu sehen.
Der Trudenstein ist eine Station auf dem Harzer Hexenstieg. Daher läßt sich diese Granitklippe recht leicht erwandern und der Weg dorthin ist gut ausgeschildert.

Der Alte vom Berge



Etwas mürrisch blickt der Alte vom Berge ins Okertal.
 Der "Alte vom Berge" ist ein großer Granitkopf an den Kästeklippen. Unweit des Geländers sieht der erstaunte Wanderer das steinerne Gesicht eines alten Mannes mit etwas mürrischem Blick. Das linke Auge wird von der etwas zu groß geratenen Augenbraue halb verdeckt. So schaut der Alte vom Berge schon seit vielen Jahrtausenden hinab ins Okertal. Was er dort wohl sieht?
Die natürliche Entstehung dieser Steinfigur gilt als sicher. Dennoch gibt es Spekulationen über steinzeitliche Kulthandlungen im Umkreis dieser Steinfigur sowie deren angeblich künstliche Erschaffung.
Ein Kultplatz aus der Steinzeit wäre an diesem Ort jedenfalls gut denkbar. Es ist schließlich gut möglich, daß schon die Menschen in längst vergangenen Tagen vom Kopf des "Alten vom Berge" beeindruckt waren.
Der Alte vom Berge ist nicht das einzige Steingesicht im Harz. Nördlich von Ilfeld blickt der von einer Hexe versteinerte "Mönch" zu seiner ebenfalls zu Stein gewordenen Geliebten über das Behretal hinweg.


Das Okertal

 Das Okertal ist ein wild-romantisches Gebirgstal im nordwestlichen Teil des Harzes. Es erstreckt sich von Altenau im Oberharz bis zur Siedlung Oker am nördlichen Harzrand. Das angestaute Wasser der Okertalsperre nimmt den gesamten mittleren Abschnitt des Okertales ein. Landschaftlich am schönsten ist zweifellos der Bereich zwischen Romkerhall und dem Ort Oker. Hier hat sich das Wasser der Oker im Laufe von Jahrmillionen tief in das Gestein hineingeschnitten.
Dieser untere Teil des Okertales ist etwa fünf Kilometer lang und an seiner schmalsten Stelle nahe des Treppensteins nur wenige hundert Meter breit. Das Landschaftsbild prägen ein dichter Waldbestand sowie steile und bizarre Felsklippen, welche aus ihm hervorragen. Unter diesen befinden sich zahlreiche beliebte Kletterfelsen, an denen man oft Wagemutige beobachten kann, welche an den fast senkrechten Wänden ihr Können unter Beweis stellen.
Ganz unten im Tal fließt die Oker in ihrem weitestgehend naturbelassenen Bachbett mit reißender Strömung zwischen mächtigen Granitblöcken dahin. Hier finden Kanufahrer ein attraktives Betätigungsfeld. Ein malerisches künstliches Gewässer im unteren Okertal ist das Ausgleichsbecken der Okertalsperre. Es dient der gleichmäßigen Wasserabgabe in die Oker sowie der Erzeugung von elektrischem Strom. Im weiteren Verlauf bis Oker gibt es noch mehrere andere kleinere Wasserkraftwerke.
Neben den Kletterern sind auch viele Wanderer im Okertal unterwegs. Hoch oben warten zahlreiche Aussichtsfelsen wie z.B. die Feigenbaumklippe, der Treppenstein und die Ziegenrückenklippen auf Ihren Besuch. Eine besondere Attraktion nicht alltäglicher Art im Okertal ist außerdem das "Königreich Romkerhall" sowie der dortige Romkerhaller Wasserfall.
Das Okertal wird gut durch die Bundesstraße 498 erschlossen, welche dem Verlauf des schluchtartigen Tales in weiten Abschnitten folgt. Am Straßenrand finden Sie eine Vielzahl größerer und kleinerer Parkmöglichkeiten.

Die Mausefalle

Die Bezeichnung "Mausefalle"
wirkt bei diesem Anblick geradezu verharmlosend.
 Die Mausefalle ist eine kuriose, natürlich entstandene Sehenswürdigkeit hoch über dem Okertal. Sie liegt direkt am Wanderweg von den Kästeklippen zum Romkerhaller Wasserfall. Es handelt sich bei diesem beeindruckenden Naturwunder um ein abenteuerlich und sehr fragil aussehendes Granitgebilde. Ein großer massiver Felsblock wird von einem schmalen, schief stehenden und darüber hinaus nochmals in sich unterteilten Stein gehalten. Der obere Granitbrocken liegt zu allem Überfluß nur ganz am Rande auf seinem schrägen Haltestein auf. Da staunt der Wanderer, daß diese Mausefalle noch nicht zugeschnappt ist!
Diese Laune der Natur ist ein Ergebnis der sogenannten "Wollsackverwitterung", bei welcher das massive und kantige Gestein noch unter Erdbedeckung durch Wasser und diverse Säuren in abgerundete Blöcke zersetzt wird. Nach Fortspülung des Verwitterungsmaterials bleiben oft sonderbar angeordnete kissenartige Felsen übrig (die im Aussehen auch an Wollsäcke erinnern).




Das Hamburger Wappen



Die Sandsteinformation "Hamburger Wappen"
bei Timmenrode
 Das "Hamburger Wappen" ist eine markante, sehr eindrucksvolle und weithin sichtbare Felsformation am nördlichen Ortsrand von Timmenrode. Dieses Naturdenkmal aus Sandstein mit den drei unverwechselbaren Felsnadeln gehört zur Teufelsmauer. Der eigentliche Name des Felsgebildes lautet "Drei Zinnen", doch die volkstümliche Bezeichnung "Hamburger Wappen" wird auch offiziell fast ausschließlich verwendet. Direkt an den Felsen befindet sich eine Hinweistafel mit dem Wappen der Freien und Hansestadt Hamburg, welche mit Unterstützung dieser norddeutschen Großstadt erstellt und dort anläßlich der 800-Jahr-Feier des Ortes Timmenrode angebracht wurde.
Das Hamburger Wappen erhebt sich rund 90 Meter über das umgebende Gelände. Die Sandsteinfelsen selbst haben dabei eine Höhe von etwa 40 Meter. Es ist möglich, aber nicht ganz ungefährlich, auf die Felsnadeln hinaufzuklettern. Um Schaden von Leib und Leben sowie dem weichen Sandstein abzuwenden, sei hiermit aber davon abgeraten.
Wenn Sie eine schöne Aussicht genießen wollen, müssen Sie sich nicht in Gefahr begeben. Der Blick reicht auch von den leicht zugänglichen Felsen am Fuße des Hamburger Wappens weit in das nördliche Harzvorland hinein - so wie Sie es auch auf dem Bild erkennen können. Entlang der Teufelsmauer gibt es in der Nähe noch einige weitere interessante Felsgebilde.



Die Roßtrappe

Blick vom Hexentanzplatz auf die Roßtrappe
 Am Ausgang des Bodetals bei Thale befindet sich die Roßtrappe, ein markanter Granitfelsen mit einer Höhe von 403 Meter über dem Meeresspiegel. Der südliche Ausläufer des Roßtrappenberges ragt weit in das Bodetal hinein und fällt dort an der letzten großen Schleife der Bode fast senkrecht 200 Meter in die Tiefe ab.
Auf der Roßtrappe geht es im Vergleich zum gegenüberliegenden lebhaften Hexentanzplatz bedeutend ruhiger zu. Hier finden Sie u.a. ein Hotel mit Restaurant, mehrere Andenkenläden sowie die Reste der Winzenburg, einer frühgeschichtlichen Festungsanlage.
Zu erreichen ist die Roßtrappe entweder zu Fuß über diverse steile Anstiege von Thale oder dem Bodetal aus, ganz bequem mit dem Auto oder mit dem Sessellift. Bei schönem Wetter und - die nötige Portion Mut vorausgesetzt - kann die eindrucksvolle Fahrt mit eben diesem Sessellift an dieser Stelle nur jedem empfohlen werden.
Die größte Attraktion auf dem Roßtrappenfelsen ist aber mit Sicherheit der sagenumwobene Hufabdruck, welcher dem Felsen seinen Namen gab. Diese zweifellos von Menschenhand erschaffene Vertiefung im Granitgestein stellt vermutlich einen Überrest einer vorchristlichen Kultstätte dar.
Von der Roßtrappe haben Sie außerdem einen herrlichen Ausblick auf die Stadt Thale, in die tiefe Felsschlucht des Bodetals sowie hinüber zum Hexentanzplatz, welcher sich beinahe in Rufweite befindet.

Die Sage von der Roßtrappe

Noch heute ist der riesige Hufabdruck zu sehen.
 Einst lebten im Harz gewaltige Riesen. Einer von ihnen namens Bodo begehrte die schöne Königstochter Brunhilde. Diese wies ihn jedoch ab.
Eines Tages war Bodo im Wald unterwegs und traf dort auf Brunhilde, die auf ihrem Pferd ausritt. Der Riese wollte die Prinzessin in seine Gewalt bringen und jagte sie kreuz und quer durch das Gebirge. Er hatte sie bereits fast eingeholt, als sich vor ihnen eine tiefe Schlucht auftat. Brunhilde gab ihrem Pferd die Sporen und sprang mit ihm über das Tal auf den gegenüberliegenden Felsen. Dort hinterließ der Aufprall des Pferdehufes einen tiefen Abdruck im Gestein. Lediglich die schwere goldene Krone verlor die Prinzessin bei ihrem waghalsigen Sprung.
Der Felsen erhielt später den Namen "Roßtrappe", wo noch heute der Hufeisenabdruck bestaunt werden kann.
Der Riese Bodo aber war mitsamt seinem Pferd zu schwer und stürzte in das Wasser des Gebirgsflusses, welcher unten im Tal entlangfloß. Dieser Fluß wird seitdem nach dem Riesen "Bode" genannt. In einen schwarzen Hund verwandelt bewacht Bodo bis auf den heutigen Tag im dortigen Kronensumpf die Krone der Prinzessin.
Viele Taucher haben seitdem versucht, diese goldene Krone zu bergen. Keinem ist dies jemals gelungen. Stets war die Krone zu schwer und sie versank wieder in den Fluten. Wer zum dritten Mal nach der Krone der Prinzessin tauchte, wurde von Bodo in der Tiefe zerrissen, so daß sich das Wasser der Bode vom Blut des Tauchers rot färbte.