Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Sonntag, 22. Juli 2012

Nordische und christliche Leibeszucht


Der nachfolgende Text behandelt eine eigentlich grundlegende Selbstverständlichkeit für jeden Deutschen. Wer dies erst einmal erkannt hat – erneut verkennen wird er es wohl in seinem Leben nicht wieder – der forme sich neben dem Geist auch den Leib und trage ihn als nicht zu leugnenden Beweis für die Richtigkeit der rechten Leibeszucht mit Stolz.

Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Kein Teil darf zugunsten eines anderen vernachlässigt werden. Wer die Seele über den Leib erhöht, der missachtet einen Teil seiner selbst. Wer nur den Geist schätzt, das Gemüt aber als unerheblich sieht, ist ebenso wenig eine ganzheitliche Persönlichkeit und verliert sich in blutlosem Intellektualismus.

Wie in der Musik im Dreiklang kein Ton der alleinherrschende sein darf, sondern alle drei bei aller Sonderheit gleichwertig sind, so müssen auch Körper, Geist und Seele zur Harmonie zusammenklingen, weil wir nur da von einer Persönlichkeit sprechen können, wo keine der drei Wesensseiten die anderen überschattet. Unser Ideal ist der Mensch, der einen strahlenden Geist mit einem herrlichen Körper und einer großen Seele verbindet.

Christen haben immer wieder – weil nur die Seele in den Himmel fahren könne und man sich nur um geistliche Dinge kümmern möge, damit dies geschähe – ihren Körper, Vernunft und Verstand gering gewertet. Um dem Körper nicht zu viel Ehre anzutun, ja ihn geradezu abzutöten, haben sich viele Heilige überhaupt nicht gewaschen, so dass sie schließlich vor Schmutz starrten, und ihren Leib geißelten.

Der heilige Benedikt hat sich nackt in ein Gestrüpp von Dornen und Brennnesseln gestürzt und sich darin gewälzt, weil ihm ein holdes weibliches Wesen als Versuchung erschien. Der heilige Simeon der Stylite stand jahrelang immer nur auf einem Bein auf einem hohen Pfahl. Die heilige Rita wusch sich viele Jahre hindurch nicht mehr, bis ihre Leibwäsche verfault war, die Würmer auf ihrem Kopfe wuchsen und der ganze Körper von Schmutz und Wunden zerfressen war. Die heiligen Reklusen ließen sich so einmauern, dass sie nur eine kleine Öffnung zur Nahrungsaufnahme und zur Belehrung der staunenden Gläubigen frei hatten, und predigten solange von der Eitelkeit des irdischen Leibes, bis sie allmählich in ihrem eigenen Unrat umkamen. Der heilige Ignatius, der sich selbst wie viele andere Heilige mit Bußgürteln und Geißeln zermarterte, legt in seiner Schrift “Die geistlichen Übungen” dar, dass der menschliche Leib nichts anderes sei als eine eiternde Wunde, ein Geschwür, das nur lauter Gift atme. Stundenlang könnte man nach den frommen Büchern der Kirche von den widerlichsten Selbstzerfleischungen, von den sinnlosesten Marterformen und Marterwerkzeugen zur Abtötung des Leibes, von den widernatürlichsten Kasteiungen und Bußübungen erzählen. Und diese Einstellung ist nicht finsteres Mittelalter, sondern die Angehörigen des in der katholischen Kirche immer mächtiger werdenden Ordens “Opus Die” müssen noch heute täglich mehrere Stunden “Bußgürtel” mit scharfen Zacken zur Geißelung ihres Leibes tragen!

Die großen Seuchenzüge des Mittelalters wären ohne die Unreinheit, die mit dem Christentum in Germanien eingezogen war, gar nicht möglich gewesen. Die Seife ist eine germanische Erfindung, und Sonnabend war traditionell bei allen germanischen Völkern der Badetag, wo sie in den Waschzuber stiegen. Hier mögen auch Rassenunterschiede eine Rolle spielen; der schwedische Anthropologe Lundborg hat gefunden, dass nordische Menschen reinlicher sind als mediterrane. Was im Schloss Versailles der Brauch war, dass man sich hinter Vorhänge stellte, um sich zu “erleichtern” (was Bedienstete dann wegmachen durften), und den Körper bloß nicht mit Wasser, sondern nur mit Puder und Parfum in Verbindung brachte, war bei uns undenkbar.

Aber nicht nur Reinlichkeit ist der Gesundheit förderlich, sondern ebenso richtiges Essen. Wir sollten möglichst abwechslungsreich essen, so dass unser Säure-Basenhaushalt im Gleichgewicht ist. Säurebildend ist Getreide (bis auf Buchweizen), also Brot, ferner Fleisch, Zucker, Alkohol, Tee Kaffee u.a. und Reis. Basisch sind Kartoffeln, Gemüse, Salat und Obst. Man sollte jeden Tag etwas Frischkost zu sich nehmen, also Lebensmittel, die nicht durch Erhitzen denaturiert worden sind, mindestens einen Apfel und eine Wurzel. Ferner sollten wir Aufputschmittel wie Kaffee oder schwarzen Tee nur in geringem Umfang oder gar nicht zu uns nehmen. Zu viel Alkohol schädigt die Leber, den Willen und den Verstand. Es versteht sich, dass wir Drogen und Rauschgift nicht nur ablehnen, sondern einen wirksamen Kampf des Staates dagegen wollen. Auch Nikotin schädigt ebenso wie Kaffee oder andere “Genussgifte” unsere Gesundheit; das Problem bei Nikotin ist – ebenso wie bei Alkohol -, dass Endorphine ausgeschüttet werden, und deswegen eine Gewöhnung daran entstehen kann. Das Beste ist, man fängt mit dem Rauchen erst gar nicht an.

Viele Krankheiten kommen aber auch, weil wir zu wenig Bewegung, zu wenig Licht und Luft (Sauerstoff) haben. Man hat ausgerechnet, dass unsere Vorfahren, als sie auf der Stufe des Rentierjägers waren, täglich etwa dreißig Kilometer gewandert sind. Als sie zum Ackerbau übergingen, haben sie sich auch noch ausgiebig körperlich betätigt und sind an der frischen Luft gewesen, der Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt. Im niederdeutschen Bauernhaus ist die Temperatur etwa 6 Grad höher als die Außentemperatur; eine hermetische Abschließung, wie wir sie in unseren modernen Häusern haben, gab es nicht. Mangel an Sauerstoff wie Mangel an Bewegung führen heute zu einer Reihe von Krankheiten. Als Ausgleich sollten wir häufiger zu Fuß gehen. Wir müssen nicht mit dem Auto zum Briefkasten fahren. Mehr gehen, weniger fahren! Früher war es üblich, dass die Eltern mit ihren Kindern am Sonntag zwei Stunden wanderten. Heute, wo es Playstation, Internet u.a. gibt, werden Kinder sicherlich noch schwieriger zum Spazierengehen heranzuholen sein. Aber wenn sie keinen Freiluftsport machen, dann sollte man auch heute noch so etwas tun, vielleicht mit einem gemeinsamen Fußballspiel auf einer Wiese als Abschluss. Die Jugendbewegung hat sich ganz Deutschland erwandert, bei jedem Wind und Wetter. Wer einen Schreibtischberuf hat, suche sich ein Steckenpferd, beispielsweise Freizeitgärtner, wo er körperlich gefordert wird.

Bei heutiger oftmals lediglich im Büro ausgeübter Tätigkeit sollten wir unseren Leib in Luft, Sonne und erfrischendem Wasser, bei Spiel und Sport, Tanz und Gymnastik in Zucht halten, weil so die männlichen und weiblichen Körper die ihnen angemessene Anspannung und Haltung bewahren. Wessen Leib der Träger seines Geistes ist, für den sind Leibesübungen eine schlichte, naturgewollte Selbstverständlichkeit. Anstrengungen zu vollbringen ist nicht mit orientalischer Leibesabtötung zu verwechseln. Der nordische Mensch will seinen Leib nicht abtöten, sondern vervollkommnen; er will ihn nicht der Leiblichkeit entkleiden, sondern ihn zu voller Entfaltung und Belebung der leiblichen Kräfte bringen.