Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Sonntag, 22. Juli 2012

Thorsmoor Süderbrarup


Süderbrarup, Kulturpfeiler der Germanen
 Opferplatz, der vor 2000 Jahren einer der größten und bedeutendsten der Landschaft war. Das Zentralheiligtum von Germanen. Die Kultstätte war dem Gott Thor geweiht. Hier wurden über 500 Jahre wertvolle Opfergaben deponiert. Auch war hier eines der ältesten Runendenkmäler der germanischen Welt zu finden - versteckt angebracht - hinter Schild und Schwert.

Um 1850 herum wurde am Fuße des Thorsberges, im Norden des Ortes Süderbrarup (Schleswig-Holstein), in einem heute größtenteils trockengelegten Moorbecken, einer der bedeutendsten, geschichtlichen Funde Nord- und Mitteleuropas gemacht. Das früher "Thorsmoor" genannte Moor, war Jahrhunderte lang Kultplatz eines größeren Siedlungsgebietes der Germanen. Siedlungsreste und mehrere Gräberfelder, die bei der 100 Meter vom Moor entferntliegenden "Heiligen Quelle" gefunden wurden, beweisen, daß dort schon von 200 vor- bis 500 nach der Zeitwende ein kultureller Sammelpunkt war. 

 Vermutlich der Thingplatz der Angeln, vor ihrer Auswanderung nach England, denn noch zu Beginn der Neuzeit tagte dort das Thing Südangelns. Heutzutage wird in Süderbrarup der größte Markt Schleswig-Holsteins abgehalten, welcher wie überliefert wurde schon hunderte von Jahren dort statt findet, und an die Zeit der letzten Funde anknüpfen soll. Der eigentliche, wenige hundert Quadratmeter messende, Opferplatz liegt 10-20 Meter vom östlichen Moorufer entfernt, und war über einen Holzsteg zu erreichen. Von 1858 - 1861 machte der Lehrer der Flensburger Schule, und spätere Professor in Kopenhagen, Conrad Engelhardt dort planmäßige Ausgrabungen. Die fundführende Moorschicht war 1,5-1,8 Meter dick, und enthielt Opfergaben aus mindestens sieben Jahrhunderten. Jedoch vermutet man, daß schon davor, in älterer Stein- und Bronzezeit dort geopfert wurde. 

Die ältesten, bestimmbaren Gaben, Tongefäße deren Inhalt leider nichtmehr zu ermitteln war, stammen von ungefähr 400 vor derZeitwende. Die Blütezeit dieser älteren Funde reicht von 100 vor- bis 100 nach der Zeitwende. Viele der Tongefäße aus dieser Epoche enthielten Speisereste, auch wurden Reste von Tieropfern und Rinderhörnern gefunden, was auf eine überwiegend bäuerliche Bevölkerung schließen läßt. Ab 100 n.d.Zw. wurden dieseOpfergaben mehr und mehr durch metallene Gegenstände ersetzt, nur selten noch wurden Opfer nach den alten Gebräuchen verrichtet. Ringe aus reinem Gold wurden, wie durch andere Fundstellen bewiesen, noch bis ins sechste Jahrhundert hinein anstelle der Speise und Tieropfer von den Bauern dargebracht. Die weiteren Funde zeigen an, daß in dieser Zeit der sippenadelige, kriegerische Anteil der Bevölkerung zunahm. Es wurden hauptsächlich Waffen und Teile der Reiterausrüstung geopfert, auch römisches Einfuhr- und Beutegut sowie Münzen. 

Einige der römischen Stücke sind nach germanischem Zeitgeschmack umgearbeitet (ein römischer Reiterhelm wurde zum leichten Prunkhelm umgestaltet, zwei runde Schmuckplatten des römischen Meisters Saciro aus Köln mit aufgenieteten Tierfiguren und Tierfriesen bereichert) Aus dieser Zeit stammen auch einige prachtvolle Schmuckstücke ganz aus Gold. Am Ende des dritten Jahrhunderts nehmen die Opfergaben ab, bis sie schließlich ganz aufhören. Leider sind die meisten Stücke vor dem Opfer beschädigt worden; Warum ist ungewiß, jedoch vermutet man, daß dies geschah um die Opfergaben für Diebe unbrauchbar zu machen. Dem Namen des Moores und den dort gefundenen Gaben nach war der Hauptgott des Kultplatzes Donar/Thor, doch auch Gaben an die Götter Tyr/Ziu, Ullr und Frey/Fro sind dort nachgewiesen. Süderbrarup gibt uns Aufschluß über viele Lebensbereiche unserer Vorfahren. Die erhalten gebliebenen Kleidungsstücke (Hosen, Kittel und Mäntel) geben uns ein vollständiges Bild der Männertracht aus dieser Zeit. Die Materialien zeigen die Fortschritte in Spinn-, Web- und Färbeverfahren. Die meisten Stücke sind aus Schafwolle, was uns zeigt, daß Schafzucht eine der wichtigsten bäuerlichen Einnahmequellen gewesen sein muß. Gefundene Eggen, Harken und Karrenräder geben uns nicht nur Aufschluß über das Bauernleben, sondern beweisen auch die handwerkliche Geschicklichkeit der Germanen. Rinderhörner, Sattel- und Riemenzeug sagen uns, daß neben der Schafzucht auch Rinder- und Pferdezucht eine bedeutende Rolle spielten. Die Waffen und Schmuckstücke zeugen von hervorragender Schmiede und Goldschmiedekunst. Auf den Waffen aus dem Thorsmoor fand man auch die ältesten noch vorhandenen Runenritzungen. Insgesammt gesehen gibt uns dieser Fund ein sehr anschauliches und eindrucksvolles Bild über das tägliche Leben unserer Vorfahren.