Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben.
Sieg oder Spott, folg deinem Gott!



Mittwoch, 22. Mai 2013

Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner

Ehrt Eure deutschen Meister! 
Ein Hoch auf Richard Wagner, den Unsterblichen! 
Vor 200 Jahren erblickte er das Licht der Welt. Alles Gute zum 200ten Wiegenfest, Maestro! Am 22.5.1813 war der Geburtstag von unserem unsterblichen musikalischem Genie Richard Wagner. Unvergessen seine Tondichtungen "Ring der Nibelungen", der "Parzival" und "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg". Ewig wird seine Musik erklingen, solange wir unsere Wurzeln nicht verlieren. Hier findet Ihr den Lebenslauf dieses großen Musikers.

 
Das Rheingold (279 mb) Die Walküre (396 mb) Siegfried (451 mb) Götterdämmerung (493 mb)
Kein Komponist hat in den letzten 150 Jahren mehr Furore gemacht, keiner größere politische Kontroversen ausgelöst als Richard Wagner, der Erfinder des "Gesamtkunstwerks". Wagners Weltanschauung bot von Anfang an politischen Sprengstoff - und die Reihe der "Wagner-Erklärer", die sich am "Mythos Wagner" abarbeiten, ist lang. Anlass genug, das Genie Richard Wagner in diesem Jahr einmal von einer Seite zu betrachten, die frei ist von hasserfüllter, politisch-übler Nachrede. "Wagner ist ein Mann von bewunderungswürdigem Genie, eine neue und glänzende Erscheinung in der Kunst", heißt es in einem Empfehlungsschreiben des großen Komponisten Franz Liszt für Richard Wagners Aufenthalt in Paris 1849.

Der "Parsifal", das letzte Bühnenwerk Richard Wagners, uraufgeführt 1882 bei den zweiten Bayreuther Festspielen, ist grandioser Ausdruck weltanschaulicher, völkischer und religiöser Gedanken. Ein Monumentalwerk von religions- und kunstphilosophischen Ideen. Die "Parsifal"-Dichtung überträgt historisch-rituelle Handlungen, geheimnisvolle Überlieferungen, Allegorien und Symbole in unsere moderne Gedankenwelt.

Die Verbindung von christlicher und buddhistischer Lebensphilosophie ist in "Parsifal" vorherrschend. Rituelle Zeremonien des Christentums - das Abendmahl, die Fußwaschung, die Taufe - werden ebenfalls auf der Bühne dargestellt. Der Verfall der Menschheit, das Geheimnis der Seelenwanderung (Metempsychose) und das Verbot der Tötung der Tiere, werden von Wagner in diesem Werk in den Mittelpunkt gerückt. Diese Sicht, vor allem das Verbot der Tötung von Tieren, ist buddhistischen Ursprungs.

Bis heute lässt der politisch-korrekte Hassgesang auf Wagner dessen gewaltfreies Gedankengut, mit Ausnahme der ehrenhaften Selbstverteidigung, besonders deutlich zum Ausdruck gebracht im "Parsifal", nicht zum Vorschein kommen. Wer weiß schon, dass die Gralsritter keine Waffen trugen. Vor allem aber: Im Bereich des Grals dürfen keine Tiere getötet werden. Die Gralsritter orientieren sich allein am Göttlichen, folgerichtig enthalten sie sich fleischlicher Nahrung und ernähren sich nur von Wein und Brot. Mehr noch, die Gralsritter verurteilen Gewalt, wie uns Gurnemanz im ersten Aufzug lehrt. Gurnemanz tadelt den Toren, nannte das Töten eines Schwans Mord. "Unerhörtes Werk. Du konntest morden, hier im heil’gen Walde, des stiller Friede dich umfing." Dann folgt eine weitere Anklage, nachdem Parsifal wutentbrannt auf Kundry losgeht: "Verrückter Knabe. Wieder Gewalt!" Und im dritten Aufzug ermahnt Gurnemanz den bewaffneten Parsifal sogar, dass es nicht gestattet sei, im Gral Waffen zu tragen.
Wagner sprach immer wieder emphatisch vom "Frieden", ein zentraler Gedanke, der ihm Sinn des Lebens war.

Am meisten beschäftigte ihn in den letzten Jahren seines Lebens der zivilisatorische Niedergang, die "Degeneration" der Menschheit. Aber auch die Möglichkeit, einen neuen Menschentyp zu schaffen, die "Regeneration" der Menschheit, nahm in seinem Denken breiten Raum ein. Er führte den zivilisatorischen Verfall der Menschheit vor allem auf die Herrschaft des Geldes, die Institution des Eigentums und die grassierende Lieblosigkeit zurück. Wagner war fest davon überzeugt, dass die ganze Zivilisation durch den Mangel an Liebe zugrunde gehen werde. Diese "Lieblosigkeit" könne nur auf dem Boden der Eigensucht gedeihen. Das Geld hätte die Menschheit ruiniert. Hinzu kämen, so Wagner, "der Verderb des Blutes, die Vermischung der Rassen und die fleischliche Nahrung."

Wagner ging aufgrund seiner Studien davon aus, dass der Mensch sich ursprünglich fleischlos ernährte und erst im Laufe der Zeit zu einem Fleischesser wurde. Die Fleischnahrung habe aber die Raub- und Blutgier des Menschen geweckt, sie habe ihn zu einem Raubtier gemacht, das die friedliche Welt beherrschte. Wagner war fest davon überzeugt, dass die Fleischernährung mit dem Eroberungsdrang des Menschen und dem Krieg in einem kausalen Zusammenhang stünde.

Seiner Zeit um Jahrhunderte voraus, machte das Genie konkrete Vorschläge zur Therapie des Menschen. In der grundlegenden Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, nämlich in der Umstellung auf Pflanzenkost, sah Wagner die Möglichkeit, dass die Welt zivilisatorisch genesen könne. Wagner stand der Bewegung der Vegetarier nahe, kritisierte aber, dass viele religionslos seien. Überhaupt kritisierte er die "moderne, religionslose Welt" immer und immer wieder. Er beklagte das Versagen der "erhabensten Religionen, Christentum und Buddhismus", da beide Religionen in einer tiefen Krise steckten. Nur mit einer neuen, wahrhaften Religion könne die Menschheit gerettet werden.

Was Wagner als neue Religion vorschwebte, war die Vereinigung von christlichen und buddhistischen Elementen. Indem er das Christentum als das Fundament einer neuen Religion betrachtete, machte er keinen Hehl daraus, dass gleichwohl ein geläutertes Christentum geschaffen werden müsse, das sich mit wichtigen Teilen des Buddhismus zu verschmelzen habe.

Das tragende Element von Wagners Religionskritik stützte sich auf die Gedanken von Arthur Schopenhauer. Schopenhauer kämpfte mit idealistischem Eifer gegen das Judentum und vor allem gegen die alttestamentlichen Elemente, die fälschlicherweise als Wurzel des Christentums gelten. Schopenhauer vertrat die Auffassung, dass durch das Christentum das jüdische Dogma ergänzt und planmäßig symbolisiert werde. Die Tragik des Christentums sah er jedoch in der Vereinigung zweier so vollkommen gegensätzlicher Lehren wie das Alte und das Neue Testament.

Wie Wagner, so lebte auch Schopenhauer in weiten Bereichen nach der buddhistische Lehre, er war ebenfalls von der Seelenwanderung überzeugt. Für einen Grundfehler des Christentums erachtete er, dass es den Menschen von der Natur, von der Tierwelt losgerissen habe. Der Tierwelt, so Schopenhauer, dürfe sich der Mensch nach den Gesetzen der Natur niemals entziehen, niemals dürfe der Mensch auf die Tiere herabblicken. Sowohl Wagner wie auch Schopenhauer sahen bei den Tieren das Göttliche überdeutlich zutagetreten, da kein Tier böse denken kann.

Was Wagner und Schopenhauer an der buddhistischen Religions-Philosophie so überzeugte, war, dass Brahmanismus und Buddhismus die augenfällige Verwandtschaft des Menschen mit der tierischen Natur hervorhoben und den Menschen durch die Seelenwanderung in eine enge Verbindung zur Tierwelt rückten. In seiner Abhandlung "Über Religion" empörte sich Schopenhauer über die jüdische Naturauffassung, die Tierversuche und Tierquälerei zur Grundlage habe.

Erstaunlicherweise wurde bislang übersehen, dass Wagner sich in seinen späten Schriften als gelehriger Schüler seines Mentors Schopenhauer erweist. Auch Bayerns König Ludwig II., der Förderer Wagners, war ein Anhänger der gewaltfreien Lebensauffassung.

Vegetarismus und Gewaltfreiheit gehören, so Wagners und Schopenhauers Lehren, zusammen. "Der Menschenmord folgt dem Tiermord", lautete die Logik der beiden Genies frei nach Tolstois Aperçu. Magnus Schwantje verfasste eine vielbeachtete Schrift über Wagners ethisches Wirken, die 1919 erschien. Darin lesen wir: "Seine Briefe beweisen, dass viele weitverbreitete ungünstige Ansichten über Wagners Charakter auf Verleumdung, andere auf Mangel an Verständnis für den Charakter eines genialen Menschen beruhen."

Adolf Hitler, ein großer Verehrer von Wagner, sah "Parsifal" als das Schlüsselwerk seiner Weltanschauung an. Als Gegenentwurf zur "jüdischen Naturauffassung" (Schopenhauer) stellte der Nationalsozialismus das Germanische Recht, die göttliche Ordnung des alten Nordens wieder her. Die Tatsache, dass die Nationalsozialisten eine menschenwürdige Ordnung schafften, wird heute auch von System-Forschern anerkannt, wie beispielsweise von den Historikern Frank Uekötter und Joachim Radkau. Diese Historiker klären uns wie folgt darüber auf, was der Reichskanzler und seine Führung damals schon verwirklichten, weit ihrer Zeit voraus: "Die Nationalsozialisten schwärmten für regenerative Energien, alternative Heilkunst und Bio-Landwirtschaft. Manche von ihnen sympathisierten zeitweise mit Steinerschen Lehren. Himmler ließ von der SS biologisch-dynamische Versuchshöfe betreiben, unter anderem im KZ Dachau." [1]

Die Übernahme der Lebensphilosophien von Wagner und Schopenhauer in die elementaren Bereiche der NS-Politik war sofort nach der Machtübernahme deutlich zu erkennen. Was jedem zu denken geben sollte, erklärte Himmler unter dem Zwischenkapitel [2] "Das Recht des Tieres" so. "Nur ein Arier, ein Germane war dazu fähig, das Tier, das in ungezählten Ländern dieser Erde rechtlos ist, in seine Rechtsordnung einzubeziehen." Der jüdische Schriftsteller Saul Friedländer kam nicht umhin zu erklären, "dass für Hitler in 'Parsifal' die Kunst zur Religion wurde - eine neue Religion, die für den Führer das Heraufkommen einer heiligen arischen Gemeinschaft ankündigte. Interessanterweise stellten sich Hitler und Himmler die SS als eine Form der Gralsritterschaft vor." [3]

Richard Wagners eindringliche Forderung nach Verzicht auf rohe Gewalt verpackte er wie ein Plädoyer für eine Welt der Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit und der Rücksichtsnahme in sein Kunstwerk "Parsifal". In "Parsifal" kommen Wagners Anklagen gegen den Egoismus als der Grund allen Übels überzeugend zum Ausdruck. Denn Parsifal darf nach hartnäckigem Widerstand gegen die Verlockungen dieser Welt - "Stark ist der Zauber des Begehrenden, doch stärker der des Entsagenden" - als Gralskönig triumphieren.
Auch in Wagners ewigem Werk, "Der Ring des Nibelungen", ist es ihm gelungen, den menschlichen Grundwiderspruch von Liebe und Macht zu thematisieren, und zwar in zeitloser Art. Es geht darin nicht um billige Politik, sondern um die theologische Größe von Schuld und Gnade, ob Gott den Menschen ob seiner Verfehlungen für alle Ewigkeit verdammen darf.

In seiner Schrift "Das Judenthum in der Musik" postuliert Wagner, nur der "Untergang kann den ewigen Juden von dem auf ihm lastenden Fluch erlösen". Selbstverständlich sprach sich Wagner nicht für den Untergang des einzelnen Juden aus, wie es heute gehässig kolportiert wird, sondern wünschte sich den Untergang des Judentums als Zeiterscheinung. Genauso, wie er sich den Untergang der modernen, dem Besitzdenken verfallenen Gesellschaft wünschte, "weil sie just in diesem Punkt von Judenthum verseucht ist," wie er schreibt. [4] Und ergänzend gibt Wagner zu Papier: "Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls der Menschheit." [5] Am 22. November 1881 führt Richard Wagner in einem Brief an den bayerischen König Ludwig II. (1845–1886) an: "Ich halte die jüdische Race für den angeborenen Feind der reinen Menschheit und alles Edlen: dass namentlich wir Deutschen an ihnen zugrunde gehen werden, ist gewiss, und ich bin vielleicht der letzte Deutsche, der sich gegen den bereits alles beherrschenden Judaismus als künstlerischer Mensch aufrechtzuerhalten wusste."

Zudem waren Wagners Gedanken vom notwendigen Untergang des Judentums als Zeiterscheinung, als einer "menschenfeindlichen Lebensform" nicht neu. Vom notwendigen Untergang des alten Adam zugunsten eines "neuen Menschen" spricht bereits Martin Luther in seinem großen Katechismus von 1529: "Der alte Adam muss täglich ersäuft werden", in diesem lutherischen Geist wurde der junge Richard Wagner an Dresdner und Leipziger Gymnasien unterrichtet.
In seinem letzten Lebensjahr beschwört er gegenüber seiner Frau Cosima immer wieder den "vollständigen Untergang des Besitzes". Überliefert sind seine denkwürdigen Worte: "Untergehen werden wir, das ist gewiss; nur kommt es darauf an, ob wir mit dem Abendmahl enden oder in der Gosse verrecken."?

1 DIE WELT - Literarische Welt - 25.10.2003, LW 5
2 "Die Schutzstaffel, Kampforganisation gegen das bolschewistische Weltprogramm", bei Concept Veritas erhältlich
3 FAZ, 22.05.2013, S. 28
4 Richard Wagner, "Das Judenthum in der Musik"
5 http://www.rote-ruhr-uni.com/texte/scheit_antisemitismus_und_buergerliche_gesellschaft.shtml
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